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Benefizkonzert: Musikschule, Lions-Clubs Speyer und Palatina fördern begabte Kinder und Jugendliche

Musikschule, Palatina und Lions-Club fördern begabte Kinder und Jugendliche

Annette Falk (Fagott), Martin Kersch (Klavier und Fagott), und Jens Knoop (Schlagzeug) bringen im Historischen Ratssaal bekannte Stücke in ungewohnter Form dar. Bild: Venus

Trio sorgt für Begeisterung

Aus vielerlei Gründen etwas Besonderes war das Benefizkonzert zugunsten musikbegabter und förderungswürdiger Kinder und Jugendlicher der Musikschule, zu dem die Lions-Clubs und Palatina am Sonntagvormittag in den Historischen Ratssaal eingeladen hatten. Die zahlreichen Besucher durften einerseits eine Premiere erleben, denn das Trio „Arsnova“, bestehend aus den Musikern Annette Falk, Jens Knoop und Martin Kersch, trat zum ersten Mal in dieser Formation auf.

Andererseits bezauberten die drei Musiker unter dem Motto „Bekanntes in ungewohnter Form“ die Zuhörer mit berühmten Stücken von Komponisten wie Vivaldi, Piazzolla oder Fucik in ungewöhnlichen Arrangements. Dabei bedienten sie mit bewundernswerter Leichtigkeit abwechslungsweise Klavier, Fagott oder Kontrafagott sowie das gesamten Arsenal von Schlaginstrumenten wie das Vibrafon, Cajon oder die Marimba. In Antonio Vivaldis (1678 – 1741) Sonate Nr. 6 zum Beispiel, ursprünglich für Violoncello und Basso continuo komponiert, erzeugten Annette Falk am Fagott, Jens Knoop am Vibrafon und Martin Kersch am Kontrafagott die Sinne fesselnde, einzigartige Klangkombination. Der kernige, facettenreiche Ton des Fagotts ergänzte sich wunderbar mit Jens Knoops farbig-schrägen Klangmalereien am Vibrafon und dem polyrhythmischen Spiel Martin Kerschs am Kontrafagott. Einen unverbrauchten Zugang zu dem zeitgenössischen amerikanischen Komponisten Gordon Stout (*1952) bewies Jens Knoop an der Marimba. Die „Mexikanischen Tänze 1 und 2“ interpretierte er mit solch chromatischem Rhythmus und anschlagtechnischer Präzision, dass die Zuhörer im Saal restlos begeistert waren. In der „Toccata in e-Moll“ von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) gelang es Annette Falk am Klavier hervorragend, den polyphonen Lauf der Stimmen klar darzustellen und in den bewegten Teilen die melodische Linie beizubehalten. Ihre sorgfältige Interpretation löste im Publikum ebenfalls große Begeisterung aus.

Applaus für Triolen

Der argentinische Komponist und Bandoneonspieler Astor Piazzolla (1921 – 1992) gilt als Meister des Tangos. Ihm erwiesen die drei Musiker die Ehre, indem sie zwei Tangos – Oblivion und Escolaso – in einem Arrangement für Fagott, Klavier, Vibrafon und Cajon darboten. Auf dem Letzteren, dem perkussiven Instrument, zeigte wieder einmal Jens Knoop welch faszinierende Rhythmen man darauf erzeugen kann. Seine flink gewirbelten Triolen lösten bei den Zuhörern einen Extra-Applaus aus. Auch im zweiten Teil wartete auf das Publikum in klanglicher Hinsicht Gewichtiges, besonders in Alexej Gerassimez (*1982) Stück für Schlagzeug solo. Die Paarung von musikalischer Sensibilität und dem Bewusstsein für den wirksamen Effekt von Stücken wie die Arie aus der Sonate für Fagott und Klavier von Alexandre Tansman (1897 – 1922) oder „Csardas“ von Vittorio Monti (1868 – 1922), dargeboten am Vibrafon, verlieh dem Auftritt ein ganz eigenes Gepräge.

Und was die drei ausgezeichnet aufeinander abgestimmten Musiker, die auch pädagogisch tätig sind (Annette Falk als Dozentin an der Musikschule Speyer, Jens Knoop als Dozent an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt und Martin Kersch als Dozent für Jazzklavier und Fagott an der Musikschule Mannheim) sonst noch alles drauf haben, zeigten sie in der Gegenüberstellung von Zequina de Abreus (1880 – 1935) berühmtem Stück „Tico – Tico no Farelo“ mit der Musik aus „Der Mann mit dem Fagott“, eine melancholische Hommage an Udo Jürgens (1934 – 2014). Die Freude über den Erlös, mit dem die musikalische Ausbildung begabter Schüler unterstützt wird, stand am Ende sowohl den Musikern als auch dem Publikum und den Organisatoren ins Gesicht geschrieben. (mh)